Alles hat seine Zeit, aber die Kunst geht weiter

Knappe zwei Jahre nach seinem Umzug vom Josephsplatz ins Botanikum veranstaltete der Pop-Art-Maler Josef Bauer abermals einen Event in seiner neuen Werkstatt: Unter dem Motto „All you need is love” lud der ehemalige Space-Künstler in sein Atelier über 100 Bekannte zum Feiern ein – darunter den Schauspieler Michael von der Au, Kult-DJ Theo Crash und den renommierten Sterne-Koch Stefan Marquard, der das lockere Ambiente mit besonderen Leckereien bereicherte.

Doch “Party” stand im Botanikum längst nicht mehr weit oben auf der Agenda von Josef Bauer: Der Umzug ins neue Atelier, markierte gleichsam einen Bruch mit Bauers Vergangenheit: Vorbei die durchzechten Nächte und die wilden Szene-Partys, etwa als der „Skandalkünstler” bei einer Münchner Vernissage im Lenbachhaus das kalte Buffet auf nackten Körpern servieren ließ und die ungewöhnliche Verbindung von Pop-Art mit Bondage in künstlerischer Manier inszenierte. Klar: Ein Stilbruch sondergleichen mit gewaltigen Medienecho, doch alles hat eben seine Zeit:

„Ich habe genug Feste gefeiert, ich bin nicht ins Glashaus gezogen, um hier einen draufzumachen, sondern weil das Licht hier fantastisch ist. Dieser Ort hat eine kreative Wirkung auf mich und meine Bilder.” Hochtrabende Analysen über seine Kunst verbittet sich Bauer ohnehin und so fielen verkrampfte Fachgespräche in seinem Glasdachatelier eher aus.

Weiterhin malte er bevorzugt Frauenbilder aus den 50er und 60er Jahren, der Pinup-Zeit, denn: „Frauen wurden damals ganz anders präsentiert, sie waren Göttinnen. heute hat sich das geändert. Man zeigt viel mehr auf den Bildern und das Geheimnisvolle geht verloren.”

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