Die Gedanken sind frei

Die Idee, einen neuen Bilder-Zyklus zu initiieren, entstand im Jahre 1992 während eines Aufenthalts in der Karibik. Fortan dominierte die Farbe Schwarz als Kontrapunkt zu Gelb – und als gedankliche Weiterentwicklung seiner Kunstrichtung „Space” – den neu gefundenen Stil „On my Mind.” Des Weiteren zeichnet sich „On my Mind” aus durch Flächenabstraktionen in Acryl, kombiniert mit schwarzen Grundflächen in Hochglanz, gesteckt in königsblaue Rahmen.

Auch dieser Zyklus sollte wieder einmal (vgl. Yellow Space) 40 Gemälde umfassen – von zusätzlichen zehn Vasen und 13 Siebdrucken einmal abgesehen. Doch aus der geplanten Ausstellung wurde leider nichts und dass obwohl Rock-Lady Chaka Khan – Bauers geschätzte Freundin und US-amerikanische Pop-Ikone – eigens einen Ihrer Songs („On my Mind”) Ihrem Künstler-Freund gewidmet hatte. Der Grund? Alle 40 Bilder dieses Zyklus befanden sich bereits Ende 1994 in Privatbesitz.

Auf „On my Mind” ließ Josef Bauer seinen Zyklus „On the Way” folgen. Irgendwie logisch denn auf die gedankliche Vorbereitung folgt ja bekanntlich die „schrittweise” Umsetzung des Gedachten in Gelebtes. Für die Gemälde Bauers aus diesem Zyklus sieht man das konkret an türkis-grundierten Bildern, die nur mit der Pistole konstruiert wurden, ohne dabei auf Tropf- oder Verlauftechnik zurückzugreifen.

Die mittelgroßen Leinwände – immerhin zwei auf zwei Meter – vermitteln das Gefühl von Aufbruchstimmung und spiegeln eine Graffiti Geschichte für den amerikanischen Markt wieder. Daraus ist sogar ein Buch gleichen Namens entstanden, das beachtenswerterweise mit einer Startauflage von 2500 Exemplaren sowohl in deutscher als auch englischer Sprache veröffentlicht wurde.

Illustriert wurde der aufschlussreiche Band unter anderem mit einem „Light-Painting” des US-Stars Chaka Khan (siehe auch Women Pictures), bei dem in Zusammenarbeit mit namhaften Fotografen ein „unwiederholbares Licht-Ergebnis” auf einer von Bauers Leinwänden festgehalten wurde.

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