Ein Buch für alle Sinne

Rezepte zum Nachkochen, Aphorismen zum Schmunzeln, Musik zur Kontemplation und Kunst zur Inspiration – wenn all das in einem einzigen Buch zusammenkommt, dann wird jede Seite zum Erlebnis. Und tatsächlich: wer den funkelnden Buchdeckel aufschlägt erfährt über das „Druckwerk” des Künstlers Josef Bauers zuallererst: „kein Bildband, kein Kochbuch, keine Sprüchesammlung, kein Musikalbum.” Doch was ist es dann?

Erst auf Seite 3 und 4 kommen kommen wir dem Rätsel langsam auf die Spur, welch eigenartige Mischung an Kunst, Literatur, Musik und Philosophie der Münchner Szene-Künstler Josef Bauer in seinem Buchprojekt aufbereitet hat. In Anlehnung an die Band The Doors, die ihren Namen ja bekanntlich dem englischen Ausdruck „the doors of perception” (zu deutsch: „Die Pforten der Wahrnehmung”) entlehnte, teilt uns der Künstler auf den ersten Seiten mit, dass dieses Werk „die Vielfalt feiert.”

Noch vielmehr: Es „spricht Gehör, Geschmackssinn und Geruchssinn, das Auge und unseren Tastsinn an. Es setzt keine Konventionen und fordert keine Kompromisse. Und ist dadurch die ultimative Ode an die Freiheit.”

Kurzum: Dieses „Buch ist etwas völlig anderes”. Eine gewisse „Einzigartigkeit” mögen zwar viele Bücher für sich reklamieren, doch wer Josef Bauers Buch in der Hand hält bzw. aufschlägt, der erkennt sofort, dass es in diesem Fall auch zutrifft. Allein die Haptik des Papiers und die Strahlkraft der mal glänzenden, mal matten Drucke stimulieren auf Anhieb die Sinne.

Kontraste, Kontraste, Kontraste

Doch was steckt hinter dem besonderes Druck bzw. der Entstehung des Werks? Prinzipiell lebt das Werk, das „kein Bildband, kein Kochbuch, keine Sprüchesammlung, kein Musikalbum” ist, von seinen Kontrasten, Harmonien und Disharmonien. 12 Rezepte enthält das Werk, für jeden Monat eines – z.B. das Gulasch Grünwald – als Einladung zum Nachkochen oder auch nur zur Inspiration.

Jede der entsprechenden Doppelseiten wurden mit einer eigenen Typografie und einer individuellen ikonischen Bildsprache versehen. Mal glänzt der Druck, mal ist er matt. Groß und Kleinschreibung existieren nicht wirklich: die Regeln der Rechtschreibung sind diesbezüglich fließend. Kein Wunder, will das Werk doch keine Konventionen und schon gar keine Regeln setzen.

Jede Doppelseite steht für sich und transportiert jeweils ein starkes, unsere Emotionen und Wünsche ansprechendes Leitmotiv – wie z.B. Sehnsucht, Begegnung, Demut oder Verführung. Und doch werden unsere Sinne nicht nur von den Rezepten berührt – wie z.B. vom Salbei, dessen ätherische Öle sich wunderbar in zerlassener Butter lösen und „aus einem simplen Gericht ein duftenden Erlebnis machen, das unsere Sehnsucht weckt.”

12 Rezepte enthält das Buch, für jeden Monat eines – z.B. das Gulasch Grünwald – als Einladung zum Nachkochen oder auch nur zur Inspiration.

Wenn Papier mehr ist als nur Papier

Nein! Unsere Sinne werden auch von den Farben des Drucks, von der Bildgestaltung der einzelnen Layouts aber insbesondere auch von der Haptik – des besonderen Papiers – berührt. Anders als bei konventioneller Literatur, bei der wir einfach drauflos blättern, weil uns meist ja eher der Inhalt und weniger der Druck an sich interessiert, kann man Josef Bauers Buch sogar „streicheln” und wird dabei feststellen: Jede einzelne Seite fühlt sich anders an.

Das liegt in erster Linie an dem Papier, worauf es gedruckt ist: Der Innenteil wurde mit Drip-Off-Lackierung im LED Verfahren gestaltet und stammt aus der Serie Gmund Action Electric Blood (Bilderdruck matt 170g). Gmund Action wird in der traditionsreichen Büttenpapierfabrik in Gmund am Tegernsee fabriziert.

Das wesentliche Merkmal dieser speziellen Kreation ist ein schrill funkelndes Papier auf dessen Basis sich intensive Farbwelten inszenieren lassen – Signalfarben mit Charakter und schimmernden Effekten.

Kunst ist, wenn der Betrachter im Zentrum steht

Die verwendete Farbe Leuchtrot ist gar eine „Sonderanreibung”, die es so auf keiner Pantone-Palette zu finden gibt, um den Bezug des Buches mit dem Innenleben in Einklang zu bringen. Der intensiv strahlende Rotton, wurde also eigens angemischt, um dem Buch eine individuelle Note zu verpassen und „dass alles aus einem Fluss entspringt”, wie uns Josef Bauer verrät.

Auch wenn jeder Monat seine eigene Interpretation erfährt, so spiegelt diese Kombination aus Biografie und Kochbuch – wobei weder das eine noch das andere Wort wirklich zutrifft – etwas wieder, das es nur in uns selbst zu suchen und zu finden gibt…

Oder mit den Worten des Künstlers selbst: „Glücklich der Künstler, der seine Botschaft verbreiten darf. Kunst muss unter Menschen, muss atmen, sich beim Betrachter entfalten und vor allem: Frohsinn verbreiten.

Josef Bauers Handwerk ist der Kontrast – der Welt, der Dinge, der Farben. Sein Buch „I’M FREE” ist die konsequente Fortführung dieser Philosophie.

Das Werk zum Durchblättern:

Open Book

Auszüge und Fotos

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